10 Fehler bei der Altersvorsorge, die du vermeiden solltest

Versicherungs-Ratgeber

Dass die gesetzliche Rente für ein lebenswertes Leben im Alter nicht ausreichen wird, ist den meisten durch die Medien bekannt. Und dennoch schieben viele Menschen das unliebsame Thema „Altersvorsorge“ auf die lange Bank. Vielleicht sparst du aber auch schon regelmäßig für deine private Altersvorsorge. Allerdings bedeutet das nicht automatisch, dass du beim Sparen fürs Alter auch alles richtig machst. Bei deiner Altersvorsorge kann durchaus einiges schieflaufen und es können sich Fehler einschleichen, die am Ende darüber entscheiden, ob du genug Geld im Alter zur Verfügung hast und deine Rente ausreichen wird. In diesem Beitrag verraten wir dir zehn typischen Fehlern bei der Altersvorsorge, die du unbedingt vermeiden solltest…

12.05.2021

1. Du ignorierst die Altersvorsorge

„Bis ich in Rente gehe ist es noch lange hin. Die Altersvorsorge kann warten.“ Das hast du sicherlich schon des Öfteren von Menschen aus deinem Umfeld gehört, vielleicht hast du sogar selbst diese Einstellung. Vor allem junge Leute schieben die Altersvorsorge gerne in die Zukunft. Gründe dafür sind häufig zu wenig Geld, keine Lust oder keine Zeit, sich mit der Materie zu beschäftigen. Dieses Aufschieben des wichtigen Themas „Altersvorsorge“ wirst du jedoch spätestens im Rentenalter bereuen. Die Zeit kannst du aber nicht mehr zurückdrehen. Je später du mit der Vorsorge beginnst, desto größer ist der finanzielle Aufwand für dich. 

Wenn du früh anfängst, Geld fürs Alter zurückzulegen, hat dein Geld mehr Zeit für dich zu arbeiten. Schon mit kleinen monatlichen Beträgen kannst du bereits viel für deine Zukunft bewirken. Denn du profitierst langfristig vom Zinseszinseffekt

2. Du nutzt deinen Partner als Altersvorsorge

Vor allem Frauen verlassen sich bei der Altersvorsorge immer noch häufig auf ihre Ehemänner. Generell gilt sowohl für Männer als auch für Frauen: Verlasse dich in puncto Vorsorge niemals ausschließlich auf deinen Partner. Ehen und Partnerschaften können trotz langjährigem Glück auch noch nach Jahrzehnten in die Brüche gehen. Die Zahl aller Paare, die sich nach über 25 Jahren Ehe scheiden lassen, hat sich innerhalb der letzten 30 Jahre beinahe verdoppelt. Also kümmere dich eigenständig um deine Altersvorsorge und verlass dich nicht auf andere.

3. Du wählst die falsche Form der Altersvorsorge

Leider machen viele Deutsche nach wie vor einen großen Bogen um den Aktienmarkt, da sie Angst vor den Risiken der Börsen haben. Wenn du jedoch gewinnbringend Geld anlegen willst und genug Vermögen für das Alter aufbauen möchtest, wirst du um die Investition in Aktien nicht herumkommen. Aktien gehören zu den wenigen Anlageformen, die in der aktuellen (und auch künftigen) Phase der Niedrig- bzw. Nullzinsen noch Ertrag abwerfen. Gerade beim langfristigen Sparen für die Altersvorsorge sind Investitionen in den Aktienmarkt sinnvoll, um eine höhere Rendite zu erzielen. Je länger dein Anlagehorizont ist, desto geringer wird auch dein Risiko bzw. desto höher wird die Wahrscheinlichkeit einer guten Rendite. Darüber hinaus kannst du dein Risiko durch eine breite Risikostreuung verringern, indem du nicht in einzelne Aktien, sondern einen Korb aus Aktien investierst (Fonds). So kannst du monatlich mit Fonds-Sparplänen in den Aktienmarkt investieren und für das Alter vorsorgen.

4. Du hast eine mangelnde Ausdauer

Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Altersvorsorge ist das Durchhaltevermögen. Deine Ausdauer zahlt sich langfristig durch eine höhere Rendite, Rente und somit mehr Freiheiten im Alter aus. Wenn du zu früh aufgibst und deine Altersvorsorgeverträge frühzeitig kündigst oder regelmäßig deine Geldanlagen wechselst, entstehen zusätzliche Kosten für dich. Das gilt vor allem beim Handel mit Aktien oder Fonds. Ständiges Ein- und Verkaufen von Wertpapieren bringt dir keine Gewinne, sondern verursacht Kosten, die deine Rendite schmälern. Den Spruch „Hin und her macht Taschen leer“ hast du sicherlich schon einmal gehört.

5. Du ignorierst deine Vorsorgelücke 

Bei der Planung deiner Altersvorsorge solltest du dich nicht an deiner Vorgängergeneration orientieren. Bei deinen Eltern oder Großeltern fällt die gesetzliche Rente vielleicht noch angemessen aus, aber das Rentenniveau sinkt stetig. Während das Rentenniveau heute noch bei 48,2 Prozent liegt, wird prognostiziert, dass es 2034 auf 46 Prozent sinken wird. Halte dir diesen Aspekt unbedingt vor Augen und denke nicht, dass die gesetzliche Rente für deine Zukunft ausreichend wird.

6. Du überprüfst deine Lebensversicherungsvertrag nicht

Du verfügst bereits über eine Lebensversicherung, die du früher einmal abgeschlossen hast und gehst davon aus, dass du damit gut aufgestellt bist? Weißt du denn genau, was dir später ausgezahlt wird? Sofern du die Konditionen deiner Lebensversicherung nicht genau kennst, wirst du im Rentenalter möglicherweise eine Überraschung erleben. Ob das Geld tatsächlich ausreicht, um deinen Lebensunterhalt im Rentenalter zu bestreiten, ist sehr fraglich. Schaue dir den Vertrag deiner Lebensversicherung ganz genau an und gleiche die Konditionen mit deinen Vorstellungen und Wünschen ab, um böse Überraschungen im Alter zu vermeiden. Ein wichtiges Kriterium ist die Höhe des Garantiezinses, den du unbedingt überprüfen solltest. Wann eine Kündigung deiner Lebensversicherung Sinn macht, erfährst du in diesem Beitrag.

7. Du zahlst zu hohe Kosten bei Altersvorsorgeprodukten

Kosten gibt es bei Versicherungs- und Anlageprodukten in der Regel immer. Kosten lassen sich nicht vermeiden, sie sollten aber so gering wie möglich ausfallen und die Rendite nicht übermäßig schmälern. Auch bei Verträgen mit staatlicher Förderung und Steuervorteilen solltest du ein besonderes Augenmerk auf die Kostenstruktur des Vertrages legen. Die Preisunterschiede der verschiedenen Anbieter und Produkte sind enorm. Wenn du z. B. ein fondsbasiertes Altersvorsorgeprodukt abgeschlossen hast, dann sollten der Versicherungsmantel und die Aktienanlage nicht so hohe Kosten verursachen, dass kaum Rendite übrigbleibt. Achte also bei der Produktauswahl für deine Altersvorsorge unbedingt darauf, dass sich die Kosten gemäß den Leistungen im Rahmen halten, damit deine Rendite nicht verschwindet.

8. Du unterschätzt die eigene Lebenserwartung

Vielleicht denkst du derzeit gar nicht über deine Altersvorsorge nach und bist der Meinung, dass du gar kein hohes Alter erreichen wirst. Manche Menschen möchten auch einfach nicht alt werden, sondern sind einfach nur froh, wenn sie auf ein glückliches Leben zurückblicken können. Heutzutage ist es jedoch gar nicht mehr unüblich ein Alter von 90 Jahren oder älter zu erreichen, denn die Lebenserwartung ist stark gestiegen. Selbstverständlich ist es wünschenswert, dass auch du ein solches Alter einmal gesund erreichst und dann entsprechend abgesichert bist. Deshalb solltest du dich allerdings jetzt um deine Altersvorsorge kümmern, denn im hohen Alter ist es für eine vernünftige Vorsorge deutlich zu spät!

9. Du prüfst deine Möglichkeiten auf steuerliche Vorteile bei der Altersvorsorge nicht

Beim Sparen für die Altersvorsorge gibt es vom Staat verschiedene Fördermaßnahmen. Die bekannteste Förderung ist wahrscheinlich die Riester-Rente. Die Beiträge kannst du von deiner Steuer absetzen, da die Riester-Rente zu den sogenannten Sonderausgaben zählt. Und: Je nach persönlicher Situation zahlt der Staat ansehnliche Zulagen in den Vertrag. Aber auch die betriebliche Altersvorsorge könnte für dich interessant sein. Als Selbstständiger kannst du eine staatliche Förderung durch die Rürup-Rente erhalten. Auch hier kannst du die Beträge steuerlich absetzen. Ein spezialisierter Versicherungsmakler hilft dir dabei, zu prüfen, welche staatlichen Förderungen zu dir und deiner individuellen Situation passen.

10. Du bist dem übermäßigen Konsum verfallen

Sicherlich gehst du gerne einkaufen und belohnst dich, wenn du ein Ziel im Berufs- oder Privatleben erreicht hast. Das ist auch völlig in Ordnung, solange dein Konsumverhalten nicht über die Stränge schlägt und am Ende des Monats kein Geld mehr zum Sparen bleibt. Altersvorsorge bedeutet nämlich auch, dass du heute auf etwas verzichtest, um dir eine finanziell gesicherte Zukunft aufzubauen. Das heißt nicht, dass du in Zukunft auf alles verzichten musst, eine gesunde Balance zwischen Sparen und Konsum ist entscheidend. Behalte nur immer im Hinterkopf, dass du nicht ausschließlich im Heute lebst und auch immer einen gewissen Beitrag für die Altersvorsorge beiseitelegst. Denn wenn du dein gesamtes Einkommen ausschließlich für (kurzfristigen) Konsum ausgibst, dann darfst du dich im Rentenalter auch nicht über finanzielle Einschränkungen wundern.

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