Fachthemen

Sonstige spezielle Fonds

Für ganz spezielle Ansprüche

Sonstige spezielle Fonds

Sinn und Zweck dieser Fondsart:

Neben den Ertragserwartungen liegen die Motive bei Anlegern hier auch in persönlichen Aspekten und individuellen Erwartungen. Oftmals aufgrund eigener Erfahrungen oder speziellen Kenntnissen in dem jeweiligen Marktsegment. Die Fondsauflage dient dazu, Eigenkapital für den Erwerb oder die Herstellung der jeweiligen Ware einzusammeln, und Anlegern den Zugang zu einem unternehmerischen Investment zu eröffnen.

  • Zweitmarkt Lebensversicherungen: Der Fonds betreibt den Handel mit Ansprüchen aus bestehenden Lebensversicherungen. Entweder tritt der Versicherungsnehmer seine Ansprüche ab oder der Investor tritt in den Vertrag als Versicherungsnehmer ein. In Deutschland handelt es sich dabei immer um kapitalbildende Lebensversicherungen, primär mit Anlage der Versichertengelder im Deckungsstock des Versicherers und einer Garantieverzinsung. Ausgangspunkt ist, dass ein Versicherungsnehmer vor Ablauf des Vertrages Geld benötigt. Bei einer Kündigung bekäme er nur den reduzierten Rückkaufswert ausgezahlt, ggf. noch mit Abzug von Ertragssteuern. Der Käufer kann den Vertrag bis zum Ablauf weiterführen, ggf. von Schlussüberschüssen profitieren und steuerliche Vorteile in Anspruch nehmen. Dafür bietet er dem verkaufenden Versicherungskunden einige Prozentpunkte mehr, als dieser bei Kündigung erhalten würde.
  • Infrastrukturfonds: Finanziert werden hier ökonomische und soziale Infrastrukturprojekte, z.B. aus den Bereichen Ver- und Entsorgung, Kraftwerke, Strom- und Gasnetze, Telekommunikation, Flug- und Seehäfen, Schienennetze, öffentliche Gebäude z.B. für die Verwaltung, Krankenhäuser, Sporteinrichtungen. Diese Projekte sollen dann dauerhaft laufende Einkünfte generieren und im Fonds zu stabilen langfristigen Erträgen führen. In manchen Fällen werden Infrastrukturprojekte auch von der öffentlichen Hand gefördert bzw. subventioniert, was sich ertragssteigernd auswirken kann.
  • Medienfonds: Sie dienen der Finanzierung von Film- und Fernsehproduktionen. Anleger profitieren von der Beteiligung des Fonds am Einspielergebnis.
  • Waldfonds: Sie werden oft auch als ökologisches/ethisches Investmentbeworben, das zudem attraktive Erträge verspricht. Mit den Anlegergeldern werden Holzplantagen erworben oder aufgebaut, meist in Nord-, Mittel- und Südamerika. Der Fonds wird damit sowohl Eigentümer der Bäume als auch des Plantagengrunds selbst. Bevorzugte Hölzer sind Eukalyptus, Kiefer und Teak. Der erwartete Ertrag kommt aus dem Erlös des Holzverkaufs, darum wird meist in schnell wachsende Baumarten investiert. Historisch betrachtet waren fast immer steigende Holz- und Landpreise zu verzeichnen.

Das Grundprinzip dieser Fondskategorie

Dieser Bereich der geschlossenen Fonds befasst sich mit Anlagestrategien, die sich auf sehr spezielle Produkte, Themen oder Branchen beziehen. Grundsätzlich kann – unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben – für fast jedes Produkt oder Vorhaben ein geschlossener Fonds aufgelegt werden. Die Sinnhaftigkeit muss jeder Anleger für sich selbst beurteilen und entscheiden. Die Ausführungen hier konzentrieren sich auf vier spezielle Investments, für die in der Vergangenheit bzw. teilweise auch heute noch größere Anlegerkreise gewonnen werden konnten. Dies sind:

  • Zweitmarkt für Lebensversicherungen
  • Infrastrukturfonds
  • Medienfonds
  • Waldfonds

 

Sonstige spezielle Fonds

Das sollten Sie wissen:

Grundsätzlich sind die typischen Gegebenheiten jedes geschlossenen Fonds zu beachten, d.h. keine oder nur schwer umzusetzende Verfügbarkeit vor Ablauf des Fonds und die typischen Chancen und Risiken eines unternehmerischen Investments.

  • Zweitmarkt Lebensversicherungen: Der Wert der oft erst Jahrzehnte später fälligen Ansprüche ist nur schwer schätzbar. Speziell die für den Ertrag wichtige Überschussbeteiligung der Versicherer kann schwanken, siehe die aktuellen Tendenzen aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase. Um Versicherungen in großem Stil aufkaufen zu können wirdoft ein erheblicher Teil fremdfinanziert. Bis zum Ablauf der Versicherungen besteht also eine Abhängigkeit vom Marktzins; der ggf. ein größeres Risiko bedeuten kann.
  • Infrastrukturfonds: Entsprechende Fonds gehen oft Gemeinschaftsunternehmen mit gewerblichen Betreibern ein, die das Projekt dann auch laufend bewirtschaften und verwalten. Manche Objekte stammen auch aus der Privatisierung öffentlicher Einrichtungen. Aufgrund der typischen großen Dimensionen erfolgen viele Finanzierungenüber Kredit. Der Fonds bringt das erforderliche Eigenkapital ein. In Infrastrukturprojekte investieren meist institutionelle Anleger, z.B. Versicherungen. Manche Fonds sind auch für Privatinvestoren offen.
  • Medienfonds: Das Hauptmotiv der ab ca. 2000 boomenden Medienfonds war die Steuer. Bis zu 100% der Kapitaleinlage konnten schon im ersten Jahr als steuerliche Verluste abgesetzt werden. Dies endete 2005, da ab hier keine Verrechnung des Verlusts mit anderen Steuerarten mehr möglich war. Der Anreiz „Steuer“ führte auch dazu, dass viele Fonds ohne Fachwissen des Fondsinitiators und ohne detaillierte Prüfung des Projekts selbst aufgelegt wurden. Mit dem häufigen Ergebnis von Verlusten bei den Anlegern.
  • Waldfonds: Die Plantagenwirtschaft führt oftzu Monokulturen, ist ökologisch also fragwürdig. Positiv bei manchen Anbietern ist die Verbindung der Plantage mit der Pflege oder Wiederaufforstung angrenzender Waldflächen.Auf jeden Fall sollte keine Abrodungvon Wäldern zur Herstellung von Plantagen erfolgen. Es besteht oft eine lange Dauer bis zur Erntemöglichkeit. Bis dahin entstehen keine Einnahmen, die Kosten der laufenden Bewirtschaftung müssen aber getragen werden. Ökologisch positiv ist, dass Bäume im Wachstum der Atmosphäre CO2 entziehen und damit zum Klimaschutz beitragen. Ein Wald ist zudem eineSachwertanlage mit zu erwartendem Inflationsschutz.

Darauf sollten Sie achten:

Zweitmarkt-Lebensversicherungen:
Versicherungsunternehmen unterscheiden sich oft in der Rentabilität der Kapitalanlagen und der Kapitalstärke als Garant dafür, dass auch in Jahrzehnten die eingegangenen Zusagen erfüllt werden können. Eine Mischung und Streuung auf verschiedene Verträge und Versicherer sollte daher gegeben sein. Letztendlich ausschlaggebend für den Ertrag ist die künftige Erzielung von Überschüssen, die den Kundenverträgen gutgeschrieben werden. Die per Gesetz vorgeschriebene sehr vorsichtige Anlagestruktur der Versicherer zwingt zu einem hohen Anteil an festverzinslichen Wertpapieren, deren Ertrag durch die Niedrigzinsphase gen Null tendiert. Mit dem Ergebnis sinkender Überschussbeteiligungen. Lebensversicherungsfonds haben daher aktuell kaum mehr eine Bedeutung.
Infrastrukturfonds:
Ein wesentlicher Aspekt ist die Qualität der Herstellung des Projektes und die Professionalität bei der laufenden Bewirtschaftung und Verwaltung. Der Ertrag hängt von den laufenden Einnahmen abzüglich der Kosten ab, d.h. gerade die Administration muss sehr effizient sein. Zu prüfen ist auch ob eine dauernde Vermietbarkeit gegeben ist, die Nutzungsentgelte langfristig gesichert sind, und ob evtl. staatliche Förderungen Konstanz haben.
Medienfonds:
Die anfängliche Steuerersparnis durch hohe Verlustzuweisungen ist kein Argument mehr, d.h. das Projekt/Vorhaben selbst muss wirtschaftlich sinnvoll und ertragversprechend sein. Einige deutsche Filme der letzten Jahre haben dies bewiesen, dem stehen aber auch viele „Flops“ gegenüber. Gerade hier ist es wichtig, dass der Fondsinitiator tiefgehende Kenntnisse und Kontakte in der Film- und Medienbranche hat.
Waldfonds:
Die Perspektiven der Entwicklung von Holzpreisen ist langfristig schwer zu schätzen. Möglicherweise wird dieser Rohstoff immer gefragter, evtl. gibt es in einigen Jahren aber auch preiswertere Ersatzstoffe. Ausschlaggebend zum Zeitpunkt der Ernte wird sein, ob bis dahin eine professionelle Bewirtschaftung und Pflege der Plantagen erfolgt ist. Davon hängen der Ernteertrag und die Qualität (= Preis) des Holzes ab. Mögliche Risiken können Naturkatastrophen sein, aber auch Standortrisiken. Hat das Land stabile demokratische Verhältnisse und besteht eine eindeutige Rechtssicherheit in Bezug auf das Eigentum? Wer großen Wert auf den ökologisch/ethischen Aspekt legt, sollte genau prüfen, ob durch die Plantagenwirtschaft nicht eher negative Umwelteffekte entstehen.

Darum ist professionelle Beratung unverzichtbar:

  • Können Sie selbst objektiv Ihr eigenes Chancen-/Risikoverhältnis ermitteln?
  • Ist das positive Ergebnis früherer Fondsemissionen auch für den neuen Fonds zu erwarten?
  • Sind Sie selbst in der Lage einzuschätzen, welche Art von Beteiligung tatsächlich Erfolgschancen hat oder aber zum Scheitern verurteilt ist?
  • Können Sie selbst aus einer Vielzahl von Fonds den oder die für Sie geeigneten herausfinden?

Diese Fragen versiert beantworten, Sie professionell begleiten und ein genau für Sie passendesAnlagekonzept gestalten kann nur ein spezialisierter Makler.
Hinweis: Bei diesen Ausführungen handelt es sich um eine kompakte Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte zu dieser Fondsart. Die Darstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Maßgeblich und allein verbindlich sind die Bestimmungen und Bedingungen des jeweiligen Angebotes bzw. Anbieters und die gesetzlichen Vorgaben im Detail. Für die Darstellung wird keine Haftung übernommen. Vor dem Abschluss einer geeigneten Finanzanlage ist die Beratung durch einen spezialisierten Makler unverzichtbar.

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