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Pflegeversicherung

Im Alter auf Hilfe vertrauen können

Pflegeversicherung

Das Grundproblem verstehen

Jeder Mensch in Deutschland ist pflegeversichert, denn die Pflegeversicherung gehört zu den Pflichtversicherungen, egal ob man gesetzlich oder privat krankenversichert ist. In der Theorie sind also alle optimal versorgt, aber es gibt einen Haken. Statistiken belegen es schon seit Jahren: Die Deutschen werden immer älter. Genau wie bei den Krankenversicherungen entstehen auch bei der Pflegeversicherung Versorgungslücken. Das System basiert darauf, dass die Beiträge der jungen Menschen für die Versorgung der älteren Menschen verwendet werden. Doch die Zahl der jungen Menschen sinkt immer weiter, sodass das System auf Dauer nicht funktionieren kann, da immer weniger junge Beitragszahler für immer mehr Rentenempfänger aufkommen müssen.
Ganz konkret bedeutet das: Im Pflegefall wird nur ein Teil der Kosten von der Pflegeversicherung übernommen. Die restlichen Kosten haben Pflegebedürftige selbst zu tragen. Reicht weder das Vermögen noch die Rente, um die anfallenden Kosten zu begleichen, werden die Kinder bzw. andere Verwandte in direkter Linie zur Verantwortung gezogen. Sie haben die Pflegekosten der Angehörigen zu übernehmen. Vor diesem finanziellen Risiko kann eine private Pflegezusatzversicherung schützen.
Gut zu wissen: Pflegebedürftig ist jemand, wenn er oder sie aufgrund von körperlicher, geistiger oder seelischer Erkrankungen und Behinderungen bei täglich wiederkehrenden Aufgaben für mindestens 6 Monate Hilfe benötigt.
Natürlich kann man das Thema verdrängen, aber Statistiken belegen, dass 50 % aller 30-jährigen Männer im Alter pflegebedürftig sein werden. Bei den Frauen beträgt der Anteil sogar 75 %. Der medizinische Fortschritt schreitet immer weiter voran, sodass die Lebenserwartung der Menschen größer wird, allerdings im Alter auch mit einem erhöhten Krankheitsrisiko zu rechnen ist. Um im Falle der Pflegebedürftigkeit bestens abgesichert zu sein, empfiehlt sich schon in jungen Jahren der Abschluss einer privaten Vorsorge.
Die Pflegepflichtversicherung unterscheidet seit Anfang 2017 nach unterschiedlichen Pflegegraden. Diese reichen von 0 bis 5, wobei 5 der schwerwiegendste ist. Mit steigendem Pflegegrad steigen auch die Leistungen der Versicherung. Die Versicherer messen den Grad der Selbstständigkeit anhand von sechs verschiedenen Bereichen, die unterschiedlich gewichtet werden. Anhand dieser Kriterien errechnet sich die Gesamtbewertung, also die Einstufung in einen Pflegegrad. Die Kriterien gewichten sich wie folgt:

  • Mobilität mit 10 %: z.B. Fortbewegung im Wohnbereich
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten mit 15 %: z.B. örtliche und zeitliche Orientierung
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen mit 15 %: z.B. nächtliche Unruhe
  • Selbstversorgung mit 40 %: Körperpflege, Ernährung, usw.
  • Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen mit 20 %: z.B. Medikation, Arztbesuche
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte mit 15 %: z.B. Gestaltung des Tagesablaufs

 

Die verschiedenen Optionen, die zur Auswahl stehen

Beim Abschluss einer privaten Pflegeversicherung stehen Ihnen drei verschiedene Varianten zur Verfügung. Diese sind Pflegetagegeld, Pflegekosten und Pflegerente. Die Unterschiede sind in der untenstehenden Tabelle dargestellt.
Seit 2014 bietet der Gesetzgeber außerdem die Möglichkeit einer staatlichen Förderung von Pflegetagegeldtarifen. Dies ist die sogenannte Pflege-Bahr-Versicherung.

Pflegeversicherung - Die verschiedenen Optionen, die zur Auswahl stehen

Laden Sie hier sich gerne diese Tabelle als PDF herunter:

Die wichtigsten Gründe für eine private Pflegeversicherung:

  • Durch die steigende Lebenserwartung wächst das Risiko, dass die staatlichen Leistungen die Kosten nicht decken können. Der demographische Wandel schreitet immer weiter voran. Die Menschen in Deutschland werden immer älter, aber gleichzeitig sinkt die Geburtenrate. Das System des Umlageverfahrens bei der Pflegeversicherung wird über kurz oder lang nicht mehr funktionieren.
  • Die Kosten, die nicht von der Pflegepflichtversicherung getragen werden, müssen Sie selbst übernehmen. Häufig kumulieren sich die Ausgaben im Pflegefall jedoch. Es ist nicht mit einer Pflegekraft getan, sondern oftmals ist ein Umbau der Wohnung oder des Hauses nötig, später eventuell ein Platz im Pflegeheim, der circa 3.000 Euro im Monat kostet. Diese Kosten können durch eine entsprechende Versicherung abgedeckt werden.
  • Können Sie die Kosten für Ihre Pflege nicht alleine tragen, holt sich der Staat das Geld bei Ihren Kindern. Dabei macht er vor so gut wie nichts Halt, bis die entstandenen Kosten gedeckt sind. Können Ihre Kinder die hohen Pflegekosten auch nicht zahlen, werden Sie zum Sozialhilfeempfänger. Um Ihre Kinder nicht zu belasten und nach einem arbeitsreichen Leben nicht Sozialhilfe empfangen zu müssen, lohnt sich der Abschluss einer Pflegezusatzversicherung.
  • Bei dem Wort „pflegebedürftig“ denkt man sofort an ältere Menschen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man mit hohem Alter pflegebedürftig wird, ist natürlich höher als in jungen Jahren. Allerdings können auch junge Menschen von Pflegebedürftigkeit betroffen sein. Sei es durch einen Unfall oder eine schwere Erkrankung: Pflegebedürftigkeit kann einen in jedem Alter treffen. Pro Jahr werden 30.000 Menschen in Deutschland vor dem 60. Lebensjahr zum Pflegefall. 3 % von ihnen müssen stationär gepflegt werden. Da man in solch einem Fall länger auf die Pflege angewiesen ist, sollte man sich schon in jungen Jahren mit dem Thema der Pflegeversicherung beschäftigen.
  • Ein Abschluss in jungen Jahren lohnt sich. Die Beiträge fallen deutlich niedriger aus und die erforderliche Gesundheitsprüfung ist meist unproblematischer.

Darum ist professionelle Beratung unverzichtbar:

  • Haben Sie den Überblick auf dem Markt und können entscheiden, welcher Versicherer qualitativ hochwertige Leistungen zu optimalen Konditionen anbietet?
  • Wissen Sie, welche Versicherungsoption die Richtige für Sie ist? Können Sie auch innerhalb einer Vorsorgevariante die richtigen Optionen für Ihren Bedarf ermitteln?
  • Wissen Sie, welche Vorsorge Sie treffen müssen, damit sie optimal auf Ihren individuellen Bedarf zugeschnitten ist?
  • Können Sie einschätzen, welches Versicherungsunternehmen so finanzstark ist, dass es auch in einigen Jahren noch leisten kann?

Diese und viele weitere Fragen versiert beantworten und eine genau für Sie passende Vorsorgelösung gestalten kann nur ein spezialisierter Makler.
Hinweis: Bei diesen Ausführungen handelt es sich um eine kompakte Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte zu dieser Versicherungsart. Die Darstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Maßgeblich und allein verbindlich sind die Bestimmungen und Bedingungen des jeweiligen Angebotes bzw. Anbieters. Für die Darstellung wird keine Haftung übernommen. Vor dem Abschluss einer geeigneten Versicherung ist die Beratung durch einen spezialisierten Makler unverzichtbar.

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