Experten-Tipps

So versicherst du dein Haus mit der Wohngebäudeversicherung

Die wichtigste Versicherung für Hausbesitzer

Viele Menschen träumen vom eigenen Haus. Wenn dieser Traum nun endlich in Erfüllung geht, ist es wichtig, sich als Hausbesitzer um die Absicherung des Hauses gegen Gefahren zu schützen. Denn häufig steckt ein Großteil der Ersparnisse im Haus und es wurde ein Immobilienkredit zur Finanzierung des Eigenheims aufgenommen. Ein Schadensfall am Haus kann die Existenz gefährden, wenn ein Haus z. B. durch ein Feuer zerstört wird, weshalb die Wohngebäudeversicherung existenziell und die wichtigste Versicherung für Hausbesitzer ist. So versicherst du dein Haus richtig...

11.11.2020

Eine Wohngebäudeversicherung wird von jedem Eigentümer oder von Eigentümergemeinschaften eines Hauses benötigt, gleich ob es selbst genutzt oder vermietet wird. Mit einer Wohngebäudeversicherung sicherst du das gesamte Haus einschließlich aller fest eingebauten Gegenstände ab und schützt dich als Hausbesitzer vor den finanziellen Folgen im Schadensfall durch:

•    Feuer
•    Blitzschlag, Explosion oder Implosion
•    Sturm und Hagel
•    Leitungswasser
•    Überspannung

Welche Kosten übernimmt die Wohngebäudeversicherung und welche nicht?

Bei einem Schadensfall gibt es gerade bei den versicherten Kosten in einfachen oder in Top-Tarifen erhebliche Unterschiede und es könnten ggf. versteckte Kosten das eigene Portemonnaie belasten. Grundsätzlich werden Aufräum-, Abbruch-, Bewegungs- und sog. Schutzkosten mitversichert. Wie sieht es aber mit Dekontamination von Erdreich aus, das bedeutet, dass nach einem Schaden verschmutztes Erdreich getauscht werden muss? Hier sind gerade bei älteren Tarifen sehr geringe Versicherungssummen vorhanden. Auch auf die sog. Mehrkosten durch technologischen Fortschritt sollte geachtet werden. Denn wenn ein älteres Haus nach einem Totalschaden wiederaufgebaut werden soll und diese Kosten nicht oder nicht ausreichend versichert sind, kommt es zu versteckten Selbstbeteiligungen, welche gerade in neueren Versicherungsbedingungen in den verbesserten Tarifen vernünftig eingeschlossen sind.

Haus richtig versichern: Wie wird die Versicherungssumme berechnet?

Die von den Versicherern meistgenutzte Methode zur Berechnung der richtigen Versicherungssumme wird mit einem Werteermittlungsbogen berechnet (Wert 1914). Weiterhin gibt es aber auch Tarife, die einfach nach der Wohnfläche eine pauschale Versicherungssumme von beispielsweise 1 Mio. Euro anbieten oder es liegt ein Gutachten vor, welches als Grundlage dient und bei der Antragsstellung mit dem Antrag beim Versicherer eingereicht werden kann.

Welche Leistungen sollte eine gute Wohngebäudeversicherung beinhalten?

Neben den Grundgefahren Feuer, Leitungswasser, Sturm/Hagel sollte auf jeden Fall die Elementarschadenversicherung eingeschlossen werden. Über diesen Baustein werden weitere Naturgefahren, wie u.a.  Überschwemmung, Starkregen und Rückstau eingeschlossen, wo gerade in den letzten Jahren immer wieder Schadensfälle eingetreten sind. Doch Vorsicht: Es gibt Versicherer die nur Einzelbausteine anbieten und dann nicht die komplette Deckung eingeschlossen ist. Weiterhin können für bestimmte Regionen in Deutschland bei der Elementardeckung noch Lawinen, Schneelast, Erdrutsch und Erdbeben sinnvoll sein. Das Risiko durch solche Gefahren sollten Eigenheimbesitzer individuell entsprechend der Lage Ihres Hauses bewerten.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Ableitungsrohre außerhalb des Gebäudes auf dem eigenen Grundstück und auch außerhalb des eigenen Grundstücks. Denn die Haftung des Hauseigentümers gilt für das Rohr bis zum Scheitelpunkt der Abwasserleitung. Hier erlebe ich leider sehr oft, dass diese Rohre nicht eingeschlossen wurden. In guten Tarifen sind sie automatisch versichert und müssen nicht über ein Rohrpaket o.ä. separat eingeschlossen werden.

Wenn es noch ein bisschen mehr sein darf, bieten einige wenige Tarife noch die Möglichkeit der unbenannten Gefahren (auch All-Risk-Deckung genannt) an. Hier ist laut Bedingungen jedes Schadensereignis eingeschlossen, was nicht ausdrücklich ausgeschlossen wurde. Beispielsweise fällt ein Baum ohne Sturm auf das Haus und beschädigt die Fassade oder ein Fahrstuhl stürzt ab.

Was kostet eine gute Wohngebäudeversicherung?

Hier kommt es auf die Größe, Baujahr und Lage an. Gerade bei Häusern in der Nähe von Gewässern oder in Sturm gefährdeten Gebieten können gravierende Unterschiede bei der Versicherungsprämie vorhanden sein. Wenn wir als Beispiel ein Immobilienobjekt mit 120 qm nehmen, liegen die Prämien mit einem vernünftigen und umfangreichen Tarif zwischen 400 – 700 Euro.

Was muss beim Abschluss oder Anbieterwechsel beachtet werden?

Gerade bei der Ermittlung der richtigen Wohnfläche und Versicherungssumme schleichen sich sehr oft Fehler ein, welche im Schadensfall zu einem Abzug bei der Schadenssumme führen können. Bevor eine aktuelle Versicherung gekündigt wird, sollte auch der Schadensverlauf der letzten 3-5 Jahre geprüft werden, denn wenn hier viele Schäden, gerade ab mindestens zwei Schäden der gleichen Art entstanden sind, sollte mit dem neuen Versicherer vorher geklärt werden, ob das Haus ohne Probleme versichert werden kann.

Auch Um- oder Ausbauten während der Vertragslaufzeit sollten direkt nachgemeldet werden. Hier ist gerade der Ausbau des Dachgeschosses eine sehr häufig auftretende Fehlerquelle und es kommt somit zu einer Unterversicherung.

Welche Irrtümer und Fallstricke gibt es bei der Wohngebäudeversicherung?

Vor allem im Bereich der Elementarschadenversicherung höre ich immer wieder, dass ein Haus in Risikogebieten nicht versicherbar sei oder die Elementardeckung nicht benötigt wird, da kein Gewässer in der Nähe ist. Hier sollten dann mehrere Anbieter verglichen werden, denn es gibt sehr oft eine Versicherungslösung.

Achtung gilt vor allem auch bei den eingereichten Schäden. Wenn du z. B. mehrere Sturmschäden mit kleinen Schadensummen unter 500 € einreichst, kann der Versicherer, genauso wie der Versicherungsnehmer, im Schadensfall den Vertrag kündigen. Am besten stimmst du dich daher direkt mit deinem Versicherungsmakler ab, inwieweit sich das Einreichen von Kleinschäden nachteilig für die Fortführung des Vertrages auswirken kann.

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Alexander Braun

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