Experten-Tipps

So versichern sich selbstständige Expats in Deutschland richtig

Anders als beim „True Expat“, der vom ausländischen Arbeitgeber temporär nach Deutschland gesandt wird, müssen sich Freelancer und selbstständige Expats eigenständig um ihre Krankenversicherung kümmern. Welchen besonderen Herausforderungen selbstständige Expats in Deutschland in puncto Versicherungsschutz gegenüber stehen – insbesondere was die Krankenversicherung angeht – erklärt Daniel Weiss in diesem Expertentipp…

28.04.2021

Wer als Ausländer in Deutschland selbständig tätig werden möchte, braucht eine Aufenthaltserlaubnis bzw. das richtige Visum zur Ausübung einer selbständigen Tätigkeit nach § 21 Aufenthaltsgesetz (AufenthG). Viele reisen zu Beginn mit einem Touristenvisum ein und dürfen zunächst nicht arbeiten. Ähnlich verhält es sich auch mit „Freelancer“-Visa, welche auf eine bestimmte Tätigkeit beschränkt sind und somit die Auswahl der Krankenversicherung erschweren. Da die Krankenversicherung in Deutschland eine Pflichtversicherung darstellt, sollten selbstständige Expats sich hierzu bestenfalls bereits vor der Einreise von einem spezialisierten Versicherungsmakler beraten lassen.

Welchen Risiken stehen selbstständige Expats am Anfang in Deutschland gegenüber?

Das größte Risiko ist i.d.R. eine unklare finanzielle Lage, die Selbständige zum günstigsten Anbieter treibt. Oftmals handelt es sich um Anbieter wie Mawista, Care Concept, BDAE, etc., welche zwar als temporäre Lösung funktionieren, dann aber vom Kunden auch langfristig verwendet werden. Sobald es dann zu Vorerkrankungen kommt, ist der Weg in die private Krankenversicherung schwierig bis unmöglich. Zudem ist als selbstständiger Expat ohne Vorversicherung der Zugang zur gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland i.d.R. auch nicht gegeben. Somit führt das anfängliche Risiko mittelfristig häufig zu größeren Problemen.

Insbesondere das Thema Krankenversicherung und dort natürlich der richtige Versicherungsschutz ist eine spezielle Herausforderung bei Expats, die als Freelancer in Deutschland tätig werden wollen. Besondere Hürden sind hierbei

 

  • dass keine Sozialversicherungspflicht vorliegt, also die gesetzliche Krankenversicherung für selbstständige Expats nicht in Frage kommt und

  • dass es häufig keine anzuerkennenden Vorversicherungszeiten gibt.

Gepaart mit Visaanforderungen und Mindesteinkommensanforderungen bei einigen Anbietern sorgt das immer wieder für Spannungsfelder, die navigiert werden müssen. Im Hinblick auf einen guten Versicherungsschutz ist zu beachten, dass die Kunden in „vernünftigen“ Plänen sind, die den Namen Krankenversicherung auch verdienen und zum anderen, dass die Pläne die Bedürfnisse des Kunden abdecken.

Des Weiteren führt die Sprachbarriere auch sehr häufig dazu, dass nicht nachgefragt wird oder eben auch zu gefährlichem Halbwissen, sodass solche Risiken nicht bedacht bzw. erst dann klar werden, wenn es zu spät ist und der Expat ohne Krankenversicherungsschutz dasteht.

Warum sind Versicherungen für selbstständige Expats in Deutschland so wichtig?

Gerade die selbstständigen Expats sind eine risikobehaftete Klientel und oftmals finanziellen Schwankungen ausgesetzt. Neben der Einhaltung gesetzlicher Pflichten ist es für uns aber auch wichtig, unseren Kunden den Vorteil von Versicherungen privater und gewerblicher Natur herauszuarbeiten und zu zeigen, dass mit dem passenden „Versicherungspaket“ Schreckensszenarien abgewendet werden können, die die Existenz selbstständiger Expats in Deutschland bedrohen können. Und natürlich gilt auch für Expats, dass Themen wie Altersvorsorge frühzeitig bedacht werden, damit im Alter ein ausreichendes Vermögen vorliegt.

Was ist in der Regel in seinem Heimatsland abgesichert und was nicht?

Das hängt stark vom Heimatland ab. In den meisten Ländern gibt es auch eine Art gesetzliche Krankenversicherung, oftmals aber nicht mehr. Somit sind viele Expats zwar eine Krankenversicherung gewohnt, die Dichte und Anzahl an Versicherungen in Deutschland überwältigt jedoch häufig. Das bedeutet allerdings auch, dass viele unserer Kunden es gewohnt sind private Vorkehrungen zu treffen, z. B. beim Thema Altersvorsorge.

Welche Versicherungen sind für selbstständige Expats, die nach Deutschland kommen, unverzichtbar?

Zuallererst natürlich die Krankenversicherung. Haftpflicht ist für uns immer ein Muss, sowohl privater als auch gewerblicher Natur. Diese empfehlen wir allen Kunden. Ähnliches gilt für Hausrat bzw. Inhalt, da auch hier ein sehr hoher Preis-Nutzen-Faktor gegeben ist.

Darüber hinaus versuchen wir jeden Kunden individuell zu beraten und wirklich auf seine persönliche Situation einzugehen. Also die Dauer des geplanten Aufenthaltes, welche Tätigkeit ausgeübt wird, Familienstand, Alter, etc. zu berücksichtigen.

Neben den oben genannten sind i.d.R. auch Rechtschutzversicherungen sehr gefragt und insbesondere Altersvorsorgeprodukte jenseits von Versicherungslösungen sowie Lebensversicherungen eine interessante und flexible Vorsorgemöglichkeit für selbstständige Expats.

Welche Fehler machen selbstständige Expats häufig?

Ihre Lebenslage und in diesem Zusammenhang ihre Versicherungen zu kurzfristig zu sehen. Insbesondere in der Krankenversicherung wird leider sehr häufig zunächst nur nach dem Preis geschaut und nicht nach den Leistungen. Aber gerade hier ist es wichtig, einen Tarif zu haben, der zu den eigenen Bedürfnissen von heute und morgen passt. Auch das Thema Altersvorsorge wird oftmals hinausgezögert und gerade hier der „Zinseszinseffekt“ außer Acht gelassen, sodass zu spät angefangen wird, sich darüber Gedanken zu machen.

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Daniel Weiss

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Krankenversicherungen, Weitere Personenversicherungen, Altersvorsorge, Private Kranken-Vollversicherung, Gesetzliche Krankenversicherung, Kranken-Zusatzversicherungen, Dread-Disease- Versicherung (schwere Krankheiten), Berufs-/Erwerbsunfähigkeit, Absicherung gegen Todesfall, Unfallversicherung, Private Altersvorsorge, Betriebliche Altersvorsorge, Geförderte Altersvorsorge (Riester/Rürup)

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