Fachthemen

Finanzanlagen

Professionell bewirtschaften - reich ernten

Finanzanlagen

Warum Geld anlegen und sich dabei beraten lassen?

Eine auf den ersten Blick seltsame Frage. Die Motive sind eindeutig, vielfältig und jedem eigentlich selbstverständlich: Für die Rente sparen und Altersarmut vermeiden, einen großen Wunsch, z.B. das eigene Heim, verwirklichen, den Nachkommen etwas hinterlassen, neben dem Arbeitseinkommen zusätzlich ein Kapitaleinkommen erzielen und vieles mehr. Aber warum Beratung? Die Zeiten, in denen man Kapitalerträge ganz einfach und beratungsfrei z.B. über Sparbücher, Festgeld oder festverzinsliche Wertpapiere erzielen konnte, sind leider – auch auf längere Sicht – vorbei. Das derzeitige Zinsniveau – an dem sich in den nächsten Jahren kaum etwas ändern wird – bedeutet nach Abzug von Steuern und Inflation einen kontinuierlichen Wertverlust Ihres Vermögens. Wer Bargeld hortet oder in typische Zinsanlagen investiert, muss zusehen, wie sein Vermögen schwindet. Angestrebte Ziele rücken immer weiter in die Ferne.
Einen Ausweg können nur renditestärkere Finanzanlageprodukte eröffnen, die aber typischerweise komplexer und damit auch erklärungsbedürftiger sind. Zudem ist es für einen in Finanzanlagen unausgebildeten Verbraucher praktisch unmöglich, aus dem gesamten Angebot das für ihn und seinen Bedarf passende Konzept zu finden. Die althergebrachten Geldanlagen „kranken“ am derzeitigen Zinsniveau. Genauso wie Sie bei einer Krankheit zum Spezialisten „Arzt“ gehen, sollten Sie auch Ihrem Vermögen eine fachkundige Behandlung zukommen lassen. Durch einen spezialisierten Berater, der die Befähigung zur Vermittlung von Finanzanlagen hat.


Was sind Finanzanlagen?

Bei einer Recherche im Internet werden Sie zu dem Begriff „Finanzanlagen“ primär Informationen zur bilanzrechtlichen Behandlung von Vermögensanlagen eines Unternehmens finden. Dies dürfte Sie weniger interessieren, die folgenden Ausführungen beschäftigen sich darum nur mit dem Thema „Geld- bzw. Kapitalanlage“. Also das Ziel, durch eine Anlage oder Investition sein Geld zu vermehren bzw. daraus einen Ertrag zu erzielen.
Theoretisch erstreckt sich das Spektrum der „Geldanlage“ vom extrem vorsichtigen Horten unter der Matratze bis zum höchstspekulativen Einsatz in der Spielbank. Die Grundphilosophie des Verbraucherportals makler.de besagt, dass jeder Erwerb eines Finanzdienstleistungsproduktes – gleich ob Versicherung oder Geldanlage – mit einer professionellen und unabhängigen Beratung verbunden sein sollte. Professionell, um das Fachwissen einer versierten Beurteilung zu gewährleisten. Unabhängig, um frei von Unternehmenszwängen ausschließlich im Interesse des Verbrauchers agieren zu können. Ausdiesem Grunde beschränken sich die Informationen und Hilfestellungen seitens makler.de auf Produkte, die unabhängige Makler und Berater im Rahmen der seit 2013 geltenden Finanzanlagenvermittlungsverordnung anbieten können.
Bis vor einigen Jahren waren viele Anlageprodukte und deren Vertrieb nur in geringem Maße gesetzlich reguliert. So konnten z.B. geschlossene Fonds über eine einfache Gewerbeanmeldung angeboten werden, für offene Investmentvermögen (Fonds) war lediglich beim Gewerbeamt eine Anmeldung nach § 34 c der Gewerbeordnung erforderlich. Für viele Produkte gerade aus dem sog. „Graumarkt“ gab es so gut wie keine gesetzlichen Vorschriften. Dies führte in manchen Fällen zu Missbrauch sowohl auf der Produkt- als auch der Vertriebsseite und damit nicht selten zu Schaden beim Verbraucher. Mit der Einführung der Finanzanlagenvermittlungsverordnung wurden die schon früher bestehenden Wohlverhaltenspflichten des Wertpapierhandelsgesetzes auch auf freie Vermittler übertragen, um damit dem Anleger den gleichen Verbraucherschutz zu gewährleisten, egal ob er sein Finanzinstrument über eine Bank oder einen freien Vermittler erwirbt.

Anforderungen an Vermittler durch die Finanzanlagenvermittlungsverordnung:

Wer Finanzanlagen vermitteln will, braucht dafür die Erlaubnis der zuständigen Behörde, für die er folgende Voraussetzungen und Nachweise erbringen muss.

  • Zuverlässigkeit: Hier wird im Wesentlichen geprüft, ob der Antragsteller in den letzten Jahren eine Straftat begangen bzw. deswegen rechtskräftig verurteilt wurde.
  • Geordnete Vermögensverhältnisse: Kein Insolvenzverfahren über das eigene Vermögen des Vermittlers.
  • Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung: Diese stellt sicher, dass bei einem Beratungsfehler des Vermittlers, für den er haften muss, der Vermögensschaden des Anlegers auch ersetzt werden kann.
  • Nachweis der Sachkunde: Beraten kann nur, wer auch über die notwendige Sachkenntnis verfügt. Der Beleg wird entweder über bestimmte themenspezifische Berufsbilder erbracht oder durch eine entsprechende Sachkundeprüfung bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer IHK).

 

Finanzanlagen

Gut zu wissen:

Die zuständigen IHKs führen ein internetbasiertes öffentliches Register, in dem alle Vermittler geführt werden, die aufgrund der o.g. Voraussetzungen die Erlaubnis zur Finanzanlagenvermittlung erhalten haben. Im Zweifelsfall kann jeder Verbraucher selbst prüfen, ob sein Berater tatsächlich über diese Erlaubnis verfügt.
Mit der Verordnung hat der Gesetzgeber den neuen Paragraphen 34 f der Gewerbeordnung eingeführt, der die Vermittlung von Finanzanlagen im Detail regelt. Da sich die am Markt angebotenen Kapitalanlageprodukte teilweise erheblich unterscheiden und ein spezifisches Know-How verlangen, hat der Gesetzgeber die für die Vermittlung zugelassenen Produkte in drei Gruppen aufgeteilt. Für jede dieser Produktgruppen benötigt ein Vermittler explizit die entsprechende Erlaubnis, d.h. auch einen an die Bereiche angepassten speziellen Sachkundenachweis und eine diesen Bereich auch abdeckende Berufshaftpflichtversicherung.


Der neue § 34 f GewO teilt die Vermittlungszulassungen in drei Produktbereiche auf:

  • Teil 1: Offene Investmentvermögen (offene Fonds). Dazu gehören z.B. offene Immobilienfonds, Aktien-, Renten- und Geldmarktfonds, vermögensverwaltende Fonds und weitere Arten.
  • Teil 2: Geschlossene Investmentvermögen (geschlossene Fonds). Anlagebereiche hier sind z.B. Immobilien, Schiffe, Flugzeuge, erneuerbare Energien und weitere.
  • Teil 3: Vermögensanlagen im Sinne des § 1 Abs. 2 des Vermögensanlagegesetzes. Hier finden sich beispielsweise Unternehmensbeteiligungen, Genussrechte, Nachrangdarlehen oder Genossenschaftsanteile.

Darauf sollten Sie achten:

Mit der Zulassung nach § 34 f GewO hat ein Vermittler wichtige anlegerschützende Voraussetzungen erbracht. Die Finanzanlagenvermittlungsverordnung verpflichtet ihn aber in der praktischen Beratung und Vermittlung zu weiteren Obliegenheiten. Dazu gehören im Wesentlichen:

  • Aushändigen einer sog. Statusinformation, die Ihnen alle wichtigen Informationen über den Vermittler selbst liefert. Dazu gehört z.B. der Nachweis der Registrierung im IHK-Register mit dem Umfang der Erlaubnis (Welche Produktarten dürfen vermittelt werden?).
  • Analyse Ihrer persönlichen und finanziellen Verhältnisse, um ein für Ihren Bedarf passendes Anlagekonzept zu bestimmen. Ausnahme: Sie können ausdrücklich auf diese Offenlegung verzichten.
  • Aushändigen eines Produktinformationsblattes, das in kompakter und verständlicher Form die wichtigsten Aspekte der empfohlenen Kapitalanlage erläutert.
  • Erstellen eines Beratungsprotokolls, das den Verlauf und die Inhalte der Beratung als Grundlage der Produktempfehlung dokumentiert.

Darum ist professionelle Beratung unverzichtbar:

  • Haben Sie einen Überblick über die vielfältigen Angebote am Markt?
  • Können Sie einschätzen, welches Chancen-/Risikoverhältnis eine bestimmte Finanzanlage hat?
  • Wissen Sie, welches Anlagekonzept am besten zu Ihren persönlichen Wünschen und Zielen hat?
  • Haben Sie bereits bestimmte Geldanlagen, die ggf. geprüft oder optimiert werden sollten?
  • Verfügen Sie selbst über das notwendige Fachwissen in der Tiefe, um die Qualität einer Kapitalanlage beurteilen zu können?

Diese Fragen versiert beantworten, Sie professionell begleiten und ein genau für Sie passendesAnlagekonzept gestalten kann nur ein spezialisierter Makler.
Hinweis: Bei diesen Ausführungen handelt es sich um eine kompakte Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte zum Thema Finanzanlagen. Die Darstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Maßgeblich und allein verbindlich sind die Bestimmungen und Bedingungen des jeweiligen Angebotes bzw. Anbieters und die gesetzlichen Vorgaben im Detail. Für die Darstellung wird keine Haftung übernommen. Vor dem Abschluss einer geeigneten Finanzanlage ist die Beratung durch einen spezialisierten Makler unverzichtbar.

Jetzt einen passenden Makler finden