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Zur Kurzfassung: Geförderte Altersvorsorge

Altersvorsorge

Altersvorsorge - Wenn man länger lebt als man sich leisten kann

Das Grundproblem verstehen

Fast täglich werden wir von vielen Seiten darauf hingewiesen: Zusätzliche Altersvorsorge ist Pflicht! Auf der anderen Seite investieren wir bereits einen großenTeil unseres Arbeitseinkommens jahrzehntelang in die gesetzliche Rentenversicherung. Wo liegt also das Problem?

Um die Notwendigkeit der Eigeninitiative zu erkennen, muss man im ersten Schritt das Grundproblem der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) verstehen. Viele Bürger unterliegen dem Irrtum zu glauben, dass ihre Rentenversicherungsbeiträge „angesammelt“ und später verrentet werden. Falsch! Die GRV funktioniert nach dem sog. Umlageverfahren, d.h.: Alle Beiträge, die heute in die GRV fließen, werden sofort wieder zur Zahlung an die aktuellen Rentenempfänger verwendet. Hart gesagt: Ihre Rentenversicherungsbeiträge zahlen Sie nicht für Ihre eigene Altersrente, sondern für die der heutigen Rentner.


Dieses System wurde in der Nachkriegszeit entwickelt, basierte auf der damaligen Bevölkerungsstruktur, und hat viele Jahre ganz gut funktioniert. Der Fehler im System: Die Berechnungsgrundlagen haben sich verändert und ändern sich fortwährend weiter.

 

Diese Tatsachen untergraben das umlagefinanzierte Rentensystem:

  • Dauer der Einzahlung: Im Jahr 1950 hat man durchschnittlich mit 17 oder 18 Jahren einen Beruf ergriffen und begonnen, in die GRV Beiträge einzuzahlen. Bis zur eigenen Renten waren dies dann in der Regel ca. 45 Beitragsjahre. Heute endet die Schule oft mit 18 oder 19, danach folgen meist noch Ausbildungsjahre oder ein Studium. Die erste Beitragszahlung in die GRV beginnt mit 25 oder später, durchschnittlich werden nur noch 35 Jahre eingezahlt.
  • Verhältnis Beitragszahler zu Rentner: 1960 lag der Anteil der „typischen Erwerbstätigen“ (= Beitragszahler!) im Alter von 20 bis 65 bei über 60% der Bevölkerung. Mit ihren Beiträgen zahlten sie die Renten der über 65-Jährigen (= Rentenempfänger) mit einem Bevölkerungsanteil von rund 11,6%. Vereinfacht gesagt: Sechs Erwerbstätige „ernährten“ einen Rentner. Im Jahr 2013 war der Anteil der Beitragszahler zwar fast unverändert, aber die Anzahl der Rentner hatte sich schon fast verdoppelt. Nach einer Prognose des Statistischen Bundesamtes werden im Jahr 2060 rund 52% der Bevölkerung im erwerbstätigen Alter für fast 32% im Rentenalter aufkommen müssen. Auch hier vereinfacht: Für einen Rentner müssen dann weniger als zwei Beitragszahler aufkommen.
  • Lebenserwartung: Eigentlich erfreulich, in Bezug auf die Rente aber bedrohlich: Wir leben immer länger! Gesündere Ernährung, bessere medizinische Versorgung, weniger schädliche Umwelteinflüsse – viele Faktoren sorgen für eine stetig steigende Lebenserwartung. Und damit natürlich auch für einen immer längeren Bezug von Renten. Im Jahr 1960 lag die durchschnittliche Rentenbezugsdauer bei 9,9 Jahren. Bis 2012 ist diese „Zahlungsverpflichtung“ auf rund 19 Jahre angestiegen – und steigt permanent weiter.

    Altersvorsorge

    Fazit - Konsequenz:

    Fassen wir zusammen: Immer weniger Personen zahlen immer kürzer ein. Gleichzeitig wollen daraus immer mehr Menschen immer länger eine Rente bekommen. Ohne eine „wundersame Geldvermehrung“ kann dies nicht funktionieren. Dies erkennt natürlich auch der Gesetzgeber und muss reagieren. Folge: Das Rentenniveau nimmt seit Jahren sukzessive ab. Die Netto-Standardrente (bei 45 Versicherungsjahren, also „theoretisch“!) lag 1990 bei 55% des durchschnittlichen Einkommens, im Jahr 2015 nur noch bei 47,5%. Bis zum Jahr 2030 werden es geschätzt nur noch 43% sein. Und die Entwicklung wird immer weiter nach unten gehen. Kleiner Hinweis: In Deutschland müssen durchschnittlich 35% des Haushaltseinkommens für die Miete verwendet werden! Wovon dann noch leben?

    Von „höchster Stelle“ bestätigt/empfohlen:

    Vor Jahren noch bezeichnete die Politik die gesetzliche Rente als eine Grundversorgung im Alter. Seriöse Politiker müssen heute eingestehen, dass die GRV nicht einmal mehr eine Grundversorgung darstellen kann. Dies wird auch von der Stelle bestätigt, die es am besten wissen muss, dem Träger der GRV: Die Deutsche Rentenversicherung Bund. Die meisten rentenversicherungspflichtigen Bürger erhalten einmal jährlich von der Deutsche Rentenversicherung Bund ihre persönliche Renteninformation, die über den aktuellen Stand des voraussichtlichen Rentenanspruchs Auskunft gibt. Wenn wir ehrlich sind: Bis auf einen kurzen Blick auf die Zahlen findet dieser Bescheid wenig Beachtung. Dabei wird unter der Überschrift „Zusätzlicher Vorsorgebedarf“ sehr deutlich folgendes gesagt:
    „Da die Renten im Vergleich zu den Löhnen künftig geringer steigen werden und sich somit die spätere Lücke zwischen Rente und Erwerbseinkommen vergrößert, wird eine zusätzliche Absicherung für das Alter wichtiger. Bei der ergänzenden Altersvorsorge sollten Sie – wie bei Ihrer zu erwartenden Rente – den Kaufkraftverlust beachten.“

    Darum ist professionelle Beratung unverzichtbar:

    • Können Sie Ihre persönliche „Rentenlücke“ selbst richtig ermitteln? Auch unter Berücksichtigung von Steuer und Inflation?
    • Welche Möglichkeiten der eigenen ergänzenden Altersvorsorge gibt es?
    • Wie findet man unter den vielfältigen Lösungen das richtige Konzept, das genau zu den eigenen individuellen Lebensumständen, Zielen und Wünschen passt?
    • Wo lässt sich trotz des aktuellen Zinsumfeldes noch effektive Rendite erwirtschaften?

    Diese und viele weitere Fragen versiert beantworten und eine genau für Sie passendeVorsorgelösung gestalten kann nur ein spezialisierter Makler.